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Warum Corporate-Influencer-Programme scheitern – Erfahrungen aus der Praxis von BrandingPeople

Warum Corporate-Influencer-Programme scheitern und was wir in der Praxis anders machen

Der Kick-off ist geschafft, die Positionierungen stehen und die ersten Ideen für LinkedIn sind gesammelt. Die Motivation in der Gruppe ist hoch und eigentlich kann es losgehen.

Ein paar Wochen später sieht es manchmal anders aus. Die ersten Beiträge wurden veröffentlicht, bei einigen Teilnehmenden läuft es gut, bei anderen wird LinkedIn im Arbeitsalltag zunehmend nach hinten geschoben. Themen fehlen, Beiträge bleiben als Entwurf liegen oder die anfängliche Motivation lässt nach.

Das erleben wir in der Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen immer wieder. Für uns ist das zunächst kein Zeichen dafür, dass das Programm nicht funktioniert. Vielmehr beginnt nach dem Kick-off eine Phase, die für den langfristigen Erfolg besonders wichtig ist.

Denn im Workshop lässt sich eine gute Grundlage schaffen. Ob daraus tatsächlich nachhaltige Sichtbarkeit entsteht, entscheidet sich häufig erst danach.

1. Nach dem Workshop kommt der Arbeitsalltag

Während eines Strategie-Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit ihrer Positionierung, ihren Themen und LinkedIn. Dafür ist bewusst Zeit reserviert und der Fokus liegt auf dem Programm.

Danach wartet wieder der normale Arbeitsalltag.

Kundentermine, interne Meetings, Projekte und operative Aufgaben haben verständlicherweise eine höhere Dringlichkeit als der nächste LinkedIn-Beitrag. Aus „Das schreibe ich diese Woche“ wird schnell „Das mache ich nächste Woche“.

Aus unserer Erfahrung hilft es deshalb wenig, nach dem Kick-off einfach darauf zu hoffen, dass alle Teilnehmenden von selbst eine feste LinkedIn-Routine entwickeln.

Genau deshalb begleiten wir Corporate-Influencer-Programme auch nach dem Start weiter. In regelmäßigen Terminen können wir gemeinsam schauen, was seit dem letzten Austausch passiert ist, welche Themen sich ergeben haben und wo jemand gerade nicht weiterkommt.

Das schafft Verbindlichkeit, ohne daraus zusätzlichen Druck zu machen.

2. Eine Positionierung ist noch kein fertiger Beitrag

Im Strategie-Workshop kann eine Positionierung sehr klar wirken. Trotzdem sitzen Teilnehmende einige Tage später vor LinkedIn und fragen sich, was sie jetzt konkret veröffentlichen sollen.

Das ist kein Widerspruch.

Zwischen „Ich kenne meine Themen“ und „Ich erkenne im Arbeitsalltag interessante Geschichten für LinkedIn“ liegt ein Lernprozess.

Genau das sehen wir in unseren Programmen häufig. Viele Teilnehmende haben mehr relevante Themen, als ihnen zunächst bewusst ist. Sie nehmen sie nur nicht als Content wahr.

Ein Gespräch mit einem Kunden, eine Diskussion im Team, eine Entscheidung im Projekt oder eine Beobachtung auf einer Veranstaltung können gute Ausgangspunkte sein. Wer jeden Tag mit einem Thema arbeitet, hält viele dieser Situationen allerdings für selbstverständlich.

In unseren regelmäßigen Austauschterminen greifen wir solche Situationen deshalb immer wieder auf. Mit der Zeit verändert sich dadurch häufig der Blick auf den eigenen Arbeitsalltag und die Teilnehmenden erkennen selbst schneller, worüber sie sprechen könnten.

3. Zu viel Fokus auf die Posting-Frequenz kann bremsen

„Wie oft muss ich posten?“

Die Frage kommt verständlicherweise immer wieder. Wir finden allerdings, dass sie gerade am Anfang zu viel Raum bekommen kann.

Wenn Teilnehmende das Gefühl haben, jede Woche eine bestimmte Anzahl an Beiträgen liefern zu müssen, wird LinkedIn schnell zu einer weiteren Aufgabe, die erledigt werden muss. Dann entsteht Content, weil der Redaktionsplan eine Lücke hat und nicht, weil es tatsächlich etwas Relevantes zu erzählen gibt.

Natürlich braucht Sichtbarkeit eine gewisse Kontinuität. Trotzdem würden wir lieber einen guten Beitrag veröffentlichen, der wirklich zur Person und ihrer Positionierung passt, als mehrere Beiträge nur für eine bestimmte Posting-Frequenz zu produzieren.

In unseren Programmen beschäftigen wir uns deshalb stärker damit, wie Teilnehmende gute Themen erkennen und daraus Beiträge entwickeln können.

Wenn dieser Prozess funktioniert, entsteht Kontinuität deutlich natürlicher.

4. Unsicherheit bremst mehr als fehlende Ideen

Manchmal fehlt es überhaupt nicht an Themen. Der Beitrag ist vielleicht sogar schon geschrieben, wird aber trotzdem nicht veröffentlicht.

Darf ich das so sagen? Ist das zu persönlich? Was denkt meine Führungskraft darüber? Kann ich über dieses Projekt sprechen? Muss jemand den Beitrag vorher freigeben?

Solche Fragen sind bei Corporate Influencern vollkommen nachvollziehbar. Schließlich kommunizieren sie über ihr persönliches Profil und werden gleichzeitig mit ihrem Arbeitgeber verbunden.

Aus unserer Erfahrung ist es deshalb wichtig, bereits zu Beginn klare Rahmenbedingungen zu schaffen. Teilnehmende sollten wissen, wo sie frei kommunizieren können und bei welchen Themen tatsächlich Rücksprache notwendig ist.

Wenn dagegen jeder Beitrag durch mehrere Freigabeschleifen laufen muss, geht schnell genau das verloren, was Corporate Influencer interessant macht: persönliche und aktuelle Kommunikation.

Gleichzeitig lassen sich nicht alle Unsicherheiten mit einem Dokument oder einer Guideline lösen. Manche Fragen entstehen erst bei einem konkreten Beitrag. Auch dafür ist die laufende Begleitung wichtig.

5. Nach den ersten Beiträgen fehlt häufig die Einordnung

Der erste Beitrag bekommt 30 Likes. Ist das gut?

Der nächste erreicht deutlich weniger Menschen. War das Thema falsch?

Eine andere Person aus der Gruppe bekommt plötzlich 20.000 Impressionen. Sollte jetzt jeder solche Beiträge schreiben?

Gerade am Anfang werden einzelne Zahlen schnell überbewertet. Das ist verständlich, weil Likes und Impressionen sofort sichtbar sind.

Wir schauen in der Begleitung deshalb gemeinsam darauf, was tatsächlich passiert. Welche Themen funktionieren für eine Person? Wer reagiert auf die Beiträge? Entstehen relevante Gespräche oder neue Kontakte? Wird die Person zunehmend mit den Themen verbunden, für die sie stehen möchte?

Nicht jeder Beitrag muss möglichst viel Reichweite erzielen.

Ein Beitrag kann für die eigene Positionierung sehr wertvoll sein, obwohl er weniger Impressionen erreicht als ein anderes Thema. Diese Einordnung hilft aus unserer Erfahrung dabei, nicht nach jedem Post die komplette Strategie infrage zu stellen.

6. Der Kick-off wird als Abschluss statt als Start verstanden

Das ist für uns einer der wichtigsten Punkte.

Ein Strategie-Workshop kann sehr viel klären. Die Teilnehmenden verstehen ihre Positionierung besser, haben Themen entwickelt und wissen, wie sie LinkedIn nutzen können.

Damit ist die Arbeit aber nicht abgeschlossen.

Eigentlich beginnt jetzt erst die Phase, in der sich zeigt, wie gut die Strategie im Alltag funktioniert.

Vielleicht merkt eine Teilnehmerin nach einigen Wochen, dass ein Themenfeld doch nicht zu ihr passt. Ein anderer Corporate Influencer entdeckt ein Thema, das im Workshop noch keine Rolle gespielt hat. Wieder jemand anderes findet erst nach den ersten Beiträgen heraus, welche Art von Content sich wirklich natürlich anfühlt.

Genau diese Entwicklung finden wir wichtig.

Eine Positionierung sollte Orientierung geben, aber sie muss sich mit der Person weiterentwickeln können. Deshalb nutzen wir unsere regelmäßigen Termine auch dafür, Themen zu hinterfragen, Erfahrungen aus der Umsetzung zu besprechen und dort nachzuschärfen, wo es notwendig ist.

Warum wir Corporate-Influencer-Programme nach dem Start weiter begleiten

Aus unserer Erfahrung entscheidet sich der Erfolg eines Corporate-Influencer-Programms selten allein im Kick-off. Spannender sind die Wochen und Monate danach.

Erst im Arbeitsalltag zeigt sich, ob die Teilnehmenden ihre Positionierung in eigene Themen übersetzen können, wo Unsicherheiten entstehen und welche Unterstützung tatsächlich gebraucht wird.

Deshalb gehören für uns Strategie und laufende Begleitung zusammen.

Wir starten mit einer gemeinsamen Grundlage und begleiten die Umsetzung anschließend beispielsweise in regelmäßigen Biweeklys. Dort können aktuelle Themen besprochen, Beiträge reflektiert, Fragen geklärt und die individuelle Positionierung weiterentwickelt werden.

Wenn ihr gerade erst vor dem Start steht, findet ihr den gesamten Ablauf in unserem Beitrag „Corporate-Influencer-Programm aufbauen: So gelingt der Start“

Auch die Zusammensetzung der Gruppe spielt später eine große Rolle. Unsere Erfahrungen dazu haben wir im Artikel „5 Dinge, die wir bei der Auswahl von Corporate Influencern immer wieder sehen“ zusammengefasst.

Fazit: Nach dem Kick-off fängt die eigentliche Arbeit an

Ein guter Kick-off schafft Klarheit und Motivation. Nachhaltige Sichtbarkeit entsteht allerdings erst durch die Umsetzung danach.

Dabei wird nicht jede Person im gleichen Tempo sichtbar. Manche Teilnehmende veröffentlichen schnell ihre ersten Beiträge, andere brauchen länger, bis sie ihre Themen und ihre eigene Art der Kommunikation gefunden haben.

Für uns muss ein Corporate-Influencer-Programm deshalb genügend Struktur bieten, damit es im Arbeitsalltag nicht verschwindet, und gleichzeitig genügend Freiraum lassen, damit unterschiedliche Personen ihre eigene Stimme entwickeln können.

Genau dabei begleiten wir Unternehmen bei BrandingPeople: von der Strategie und Auswahl der Teilnehmenden über die Positionierung bis zur laufenden Umsetzung des Programms.

Mehr über unsere Corporate-Influencer-Programme erfahren →

Corporate Influencer auswählen – Erfahrungen von BrandingPeople aus Corporate-Influencer-Programmen

5 Dinge, die wir bei der Auswahl von Corporate Influencern immer wieder sehen

Wer sollte eigentlich Corporate Influencer werden?

Diese Frage kommt in fast jedem Corporate-Influencer-Programm ziemlich früh auf. Häufig gibt es im Unternehmen bereits erste Namen: Mitarbeitende, die auf LinkedIn aktiv sind, gerne kommunizieren oder intern ohnehin schon als Experten für bestimmte Themen bekannt sind.

In unseren Corporate-Influencer-Programmen erleben wir allerdings immer wieder, dass bestehende Reichweite oder LinkedIn-Erfahrung weniger entscheidend sind, als viele Unternehmen zunächst vermuten. Motivation, Expertise, Persönlichkeit und die Bereitschaft, eine eigene Perspektive zu zeigen, spielen aus unserer Sicht eine wesentlich größere Rolle.

Die Auswahl der Teilnehmenden ist deshalb mehr als eine organisatorische Aufgabe vor dem Start. Sie beeinflusst, wie sich das gesamte Programm später entwickelt.

1. Die aktivsten LinkedIn-Nutzer sind nicht automatisch die besten Corporate Influencer

Wenn Unternehmen nach möglichen Corporate Influencern suchen, fällt der Blick häufig zuerst auf Mitarbeitende, die bereits regelmäßig auf LinkedIn aktiv sind. Das ist nachvollziehbar, schließlich kennen diese Personen die Plattform bereits und haben vielleicht sogar ein größeres Netzwerk aufgebaut.

Für uns ist bestehende LinkedIn-Aktivität trotzdem nicht das wichtigste Auswahlkriterium.

In unseren Programmen erleben wir immer wieder, dass gerade Personen interessant werden, die vorher wenig oder gar nicht gepostet haben. Sie bringen vielleicht jahrelange Erfahrung in ihrem Fachgebiet mit, kennen die Fragen ihrer Kunden sehr genau oder haben eine klare Meinung zu Entwicklungen in ihrer Branche. Bisher hatten sie lediglich keinen Anlass, diese Perspektiven öffentlich zu teilen.

Genau das kann sich im Rahmen eines Corporate-Influencer-Programms ändern.

LinkedIn lässt sich lernen. Ein bestehendes Netzwerk lässt sich aufbauen. Fachwissen, eigene Erfahrungen und echtes Interesse an einem Thema sind dagegen deutlich schwieriger künstlich zu erzeugen.

Deshalb schauen wir bei der Auswahl nicht nur auf das LinkedIn-Profil, sondern vor allem auf die Person dahinter.

2. Freiwilligkeit merkt man spätestens in der Umsetzung

Führungskräfte haben häufig ziemlich schnell eine Vorstellung davon, welche Mitarbeitenden gute Corporate Influencer sein könnten. Dagegen spricht grundsätzlich nichts. Im Gegenteil: Eine persönliche Empfehlung kann der Anstoß sein, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen.

Trotzdem sollte die Entscheidung am Ende bei der Person selbst liegen.

Corporate Influencer werden mit ihrem eigenen Namen und ihrem persönlichen Profil sichtbar. Sie beschäftigen sich mit ihrer Positionierung, entwickeln eigene Themen und teilen Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag. Dafür braucht es eine gewisse Bereitschaft, sich öffentlich zu zeigen.

Gerade in den ersten Wochen merken wir relativ schnell, ob jemand aus eigenem Interesse dabei ist oder hauptsächlich deshalb, weil die Person vorgeschlagen wurde. Das zeigt sich weniger daran, wie viele Beiträge sofort veröffentlicht werden. Viel interessanter ist, ob jemand Fragen stellt, eigene Themen mitbringt, Ideen entwickelt und Dinge ausprobiert.

Die Teilnehmenden müssen am Anfang weder LinkedIn-Profis sein noch genau wissen, worüber sie später schreiben möchten. Genau dafür ist das Programm da. Die grundsätzliche Lust, sich auf das Thema einzulassen, sollte aber vorhanden sein.

3. Die spannendsten Corporate Influencer sind manchmal die, an die zunächst niemand denkt

Bei der Auswahl landen häufig ähnliche Funktionen auf der ersten Liste. Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb und HR sind naheliegend, weil diese Personen ohnehin viel mit Kommunikation, Kunden oder Mitarbeitenden zu tun haben.

Ein Blick in andere Bereiche kann sich trotzdem lohnen.

In Unternehmen steckt unglaublich viel Wissen, das außerhalb der eigenen Organisation kaum jemand sieht. Menschen aus der Produktentwicklung, technische Expert:innen, Recruiter:innen, Kundenservice oder andere Fachbereiche beschäftigen sich täglich mit Fragen und Herausforderungen, die für ihre Zielgruppen relevant sein können.

In unseren Strategie-Workshops erleben wir häufig, dass Teilnehmende ihre eigene Expertise zunächst gar nicht als möglichen Content wahrnehmen. Was für sie zum normalen Arbeitsalltag gehört, erscheint ihnen nicht besonders erwähnenswert.

Wenn wir dann genauer hinschauen, entstehen plötzlich sehr viele Themen. Ein Kundengespräch wirft eine interessante Frage auf. Ein Projekt hat etwas gezeigt, das auch andere Unternehmen kennen dürften. Eine Entwicklung in der Branche wird intern ganz anders bewertet, als sie öffentlich diskutiert wird.

Ein wichtiger Teil unserer Strategie-Workshops besteht deshalb darin, diese Themen gemeinsam sichtbar zu machen und mit der individuellen Positionierung zu verbinden.

Wer Corporate Influencer auswählt, sollte deshalb nicht nur danach fragen, wer bereits gut kommuniziert. Mindestens genauso interessant ist die Frage, wer etwas zu erzählen hat.

4. Eine gute Gruppe lebt von unterschiedlichen Perspektiven

Ein Corporate-Influencer-Programm wird aus unserer Sicht besonders interessant, wenn nicht alle Teilnehmenden dieselbe Geschichte erzählen.

Natürlich gibt es gemeinsame Unternehmensziele und Themen. Trotzdem sollte am Ende nicht der Eindruck entstehen, dass mehrere Mitarbeitende lediglich unterschiedliche Absender für dieselben Unternehmensbotschaften sind.

Deshalb schauen wir bei der Auswahl auch darauf, welche unterschiedlichen Perspektiven eine Gruppe mitbringen kann.

Eine Geschäftsführerin betrachtet ein Thema anders als jemand aus dem Vertrieb. Eine Person aus HR beschäftigt sich mit anderen Fragen als ein technischer Experte. Gleichzeitig können selbst zwei Menschen aus derselben Abteilung vollkommen unterschiedliche Erfahrungen, Interessen und Meinungen haben.

Genau diese Unterschiede arbeiten wir später auch in der Positionierung heraus.

Wir möchten nicht, dass am Ende zehn Personen dieselben drei Themen auf LinkedIn besetzen. Viel spannender ist es, wenn jede Person einen eigenen Schwerpunkt entwickelt und trotzdem erkennbar bleibt, dass alle Teil desselben Unternehmens sind.

Das macht auch die Kommunikation glaubwürdiger. Mitarbeitende werden schließlich nicht dadurch interessant, dass sie Unternehmenskommunikation über ihre persönlichen Profile verlängern. Interessant werden sie durch ihre eigene Perspektive auf Themen, die gleichzeitig einen Bezug zu ihrer Arbeit und ihrem Unternehmen haben.

5. Die Auswahl entscheidet mit darüber, wie viel Energie später im Programm steckt

Die Auswirkungen einer guten oder schlechten Auswahl zeigen sich häufig erst nach dem Start.

Wenn die Teilnehmenden wirklich Interesse an ihren Themen und an der eigenen Sichtbarkeit haben, entsteht vieles mit der Zeit von selbst. In Workshops entwickeln sich Diskussionen, in den gemeinsamen Terminen werden aktuelle Themen eingebracht und im Arbeitsalltag entsteht zunehmend ein Blick dafür, welche Situationen sich für LinkedIn eignen könnten.

Das bedeutet nicht, dass alle Teilnehmenden sofort regelmäßig posten.

Gerade am Anfang gibt es häufig Unsicherheiten. Manche wissen noch nicht, wie persönlich sie werden möchten. Andere brauchen Zeit, bis sie ihren eigenen Schreibstil finden oder sich daran gewöhnen, öffentlich eine Meinung zu vertreten. Solche Entwicklungen gehören für uns zu einem Corporate-Influencer-Programm dazu.

Schwieriger wird es, wenn bereits die grundsätzliche Motivation fehlt. Dann kann auch ein guter Workshop nur begrenzt etwas verändern.

Deshalb würden wir ein Programm lieber mit einer kleineren Gruppe motivierter Mitarbeitender starten, als eine gewünschte Teilnehmerzahl mit Personen aufzufüllen, die eigentlich keine Lust darauf haben.

Die Auswahl der Teilnehmenden ist allerdings nur der Anfang. Wie daraus Schritt für Schritt ein Programm entsteht, erklären wir ausführlicher in unserem Beitrag  „Corporate-Influencer-Programm aufbauen: So gelingt der Start“.

Wie wählen wir Corporate Influencer aus?

Eine allgemeingültige Checkliste für den perfekten Corporate Influencer gibt es aus unserer Sicht nicht. Dafür unterscheiden sich Unternehmen, Zielgruppen und Ziele zu stark.

Wir schauen deshalb auf mehrere Faktoren und versuchen vor allem herauszufinden, was eine Person mitbringt und was sie selbst aus dem Programm machen möchte.

Uns interessieren ihre Motivation, ihre Expertise und ihre möglichen Themen. Gleichzeitig möchten wir verstehen, welche Zielgruppen sie erreichen kann und welche Perspektive sie innerhalb der Gruppe einbringen könnte.

Dabei muss niemand mit einem perfekten LinkedIn-Profil in das Programm starten. Auch eine fertige Positionierung erwarten wir nicht. Genau solche Themen erarbeiten wir gemeinsam.

Wichtiger ist, dass eine Person grundsätzlich Lust darauf hat, ihre Expertise sichtbar zu machen und sich auf den Prozess einzulassen.

Deshalb sollte die Auswahl aus unserer Sicht auch nicht ausschließlich anhand einer Excel-Liste mit Kriterien erfolgen. Gespräche mit potenziellen Teilnehmenden können viel mehr darüber verraten, ob jemand wirklich Interesse hat und welche Themen später interessant werden könnten.

Die Auswahl ist der Anfang, danach braucht es Struktur

Mit den richtigen Teilnehmenden allein entsteht noch kein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm.

Nach der Auswahl braucht es eine gemeinsame Richtung und gleichzeitig genügend Raum für individuelle Positionierungen. Die Teilnehmenden müssen verstehen, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, sollten daraus aber ihre eigenen Themen und ihre eigene Art der Kommunikation entwickeln können.

Genau deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit einem fertigen Redaktionsplan für alle Beteiligten. Wir entwickeln gemeinsam die strategische Grundlage und arbeiten anschließend mit den einzelnen Personen an ihren Positionierungen und Themen.

Danach beginnt die eigentliche Umsetzung. Viele Fragen entstehen schließlich erst dann, wenn der erste Beitrag geschrieben wird, die ersten Reaktionen kommen oder eine Person merkt, dass ein ursprünglich geplantes Thema doch nicht richtig zu ihr passt.

Diese Erfahrungen greifen wir in der weiteren Begleitung wieder auf und entwickeln das Programm gemeinsam mit den Teilnehmenden weiter.

Was wir dabei immer wieder sehen: Die Menschen, die später besonders interessante Corporate Influencer werden, sind nicht zwangsläufig diejenigen, die beim Start bereits die größte Reichweite haben oder am sichersten auf LinkedIn auftreten.

Häufig sind es diejenigen, die Expertise mitbringen, neugierig sind und mit der Zeit den Mut entwickeln, ihre eigene Perspektive zu zeigen.

Und genau nach diesen Menschen lohnt es sich bei der Auswahl zu suchen.

Ihr plant ein eigenes Corporate-Influencer-Programm?

Bei BrandingPeople unterstützen wir Unternehmen bei der Strategie, der Auswahl der Teilnehmenden, ihrer individuellen Positionierung und der langfristigen Umsetzung.

Mehr über unsere Corporate-Influencer-Programme erfahren →

BrandingPeople Beitrag zum Thema Personal Branding Agentur und professionelle Unterstützung

Personal Branding Agentur: Wann lohnt sich professionelle Unterstützung?

Eine starke Personal Brand entsteht nicht dadurch, dass jemand möglichst häufig auf LinkedIn postet. Entscheidend ist vielmehr, dass eine Person für bestimmte Themen, Erfahrungen und Perspektiven wahrgenommen wird und damit bei den richtigen Menschen im Gedächtnis bleibt.

Die Grundlage dafür ist meistens längst vorhanden. Geschäftsführer, Führungskräfte und Experten bringen Fachwissen, Erfahrungen und eigene Meinungen mit. Häufig fehlt jedoch die Klarheit darüber, welche Themen davon wirklich zur eigenen Positionierung passen und wie sie auf LinkedIn sichtbar gemacht werden können.

Genau dabei kann eine Personal Branding Agentur unterstützen. Bei BrandingPeople starten wir deshalb nicht direkt mit Content, sondern mit einem Strategie-Workshop. Gemeinsam entwickeln wir die Positionierung, definieren relevante Themen und Zielgruppen und schaffen damit die Grundlage für die weitere Kommunikation auf LinkedIn. Anschließend geht es in die Umsetzung, die wir beispielsweise in regelmäßigen Biweekly-Terminen begleiten und gemeinsam weiterentwickeln.

Wenn ihr zunächst tiefer in die Grundlagen einsteigen möchtet, erklären wir in unserem Beitrag „Was ist Personal Branding auf LinkedIn?“, wie eine Personenmarke entsteht und welche Rolle Positionierung, Expertise und Sichtbarkeit dabei spielen.

Was macht eine Personal Branding Agentur?

Eine Personal Branding Agentur unterstützt Menschen dabei, ihre Expertise und Persönlichkeit gezielt sichtbar zu machen. Wie diese Unterstützung aussieht, kann sehr unterschiedlich sein.

Bei uns beginnt die Zusammenarbeit in der Regel mit einem Strategie-Workshop. Dabei beschäftigen wir uns intensiv mit der Person, ihren Zielen und ihrer bisherigen Wahrnehmung. Welche Expertise bringt sie mit? Für welche Themen möchte sie stehen? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Erfahrungen und Perspektiven unterscheiden sie von anderen?

Daraus entwickeln wir eine Positionierung und Themenfelder, die als Grundlage für die weitere Kommunikation auf LinkedIn dienen. Erst danach beschäftigen wir uns konkret mit Content und Umsetzung.

Denn aus unserer Erfahrung ist es deutlich schwieriger, langfristig relevante Inhalte zu entwickeln, wenn vorher nicht klar ist, wofür eine Person eigentlich stehen möchte.

Am Anfang steht die Positionierung

Aussagen wie „Ich möchte über Leadership sprechen“ oder „Meine Themen sind Marketing und Digitalisierung“ sind ein Anfang, aber noch keine klare Positionierung.

Deshalb gehen wir in unseren Strategie-Workshops einen Schritt weiter und schauen uns an, was hinter diesen Themen steckt. Jemand, der seit Jahren Teams führt, hat wahrscheinlich konkrete Erfahrungen damit gemacht, was gute Führung ausmacht und was nicht funktioniert. Eine Marketingexpertin hat vielleicht eine klare Meinung zu Entwicklungen ihrer Branche, die sich aus vielen Jahren praktischer Arbeit entwickelt hat.

Genau diese individuellen Erfahrungen machen eine Personal Brand interessant. Eine gute Positionierung beschreibt deshalb nicht nur, über welche Themen jemand spricht, sondern macht auch deutlich, warum die Perspektive dieser Person relevant ist.

Gleichzeitig sollte eine Positionierung genügend Spielraum lassen. Menschen entwickeln sich weiter, übernehmen neue Aufgaben und beschäftigen sich mit neuen Themen. Eine Personal Brand darf sich deshalb ebenfalls verändern.

Worüber soll ich auf LinkedIn posten?

Diese Frage begegnet uns in der Zusammenarbeit regelmäßig. Dabei stellen wir häufig fest, dass es gar nicht an möglichen Themen fehlt.

Kundengespräche, Diskussionen im Team, Erfahrungen aus Projekten, Veranstaltungen oder aktuelle Entwicklungen in der eigenen Branche liefern meistens mehr als genug Stoff für relevante Beiträge. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, zu erkennen, welche dieser Erfahrungen für andere interessant sind und gleichzeitig zur eigenen Positionierung passen.

Genau hier helfen die regelmäßigen Termine nach dem Strategie-Workshop. In unseren Biweeklys können wir aktuelle Themen aufgreifen, Ideen weiterentwickeln und gemeinsam überlegen, welche Perspektive daraus für LinkedIn interessant sein könnte.

Mit der Zeit entsteht dadurch ein immer besseres Gefühl dafür, welche Themen zur eigenen Positionierung passen. Gleichzeitig muss nicht Monate im Voraus feststehen, was wann veröffentlicht wird. Gerade bei Personal Branding finden wir es wichtig, genügend Raum für aktuelle Gedanken, Erfahrungen und Entwicklungen zu lassen.

Die Personal Brand sollte zur Person passen

Professionelle Unterstützung darf nicht dazu führen, dass Menschen auf LinkedIn plötzlich alle gleich klingen.

Wenn mehrere Führungskräfte von derselben Agentur begleitet werden und ihre Beiträge am Ende dieselben Einstiege, Formulierungen und Strukturen verwenden, entsteht zwar professioneller Content, aber kaum eine individuelle Personal Brand.

Deshalb geht es uns bei BrandingPeople darum, die eigene Stimme einer Person herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln. Manche Menschen kommunizieren sehr persönlich, andere stärker fachlich. Manche vertreten gerne eine klare Meinung, während andere lieber anhand konkreter Erfahrungen erklären, wie sie auf ein Thema schauen.

Keine dieser Varianten ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, dass die Kommunikation glaubwürdig zur jeweiligen Person passt.

Nach dem Strategie-Workshop bleibt die Positionierung deshalb nicht einfach in einer Präsentation liegen. In regelmäßigen Biweekly-Terminen schauen wir gemeinsam darauf, was gerade passiert, welche Themen entstanden sind, wie sich die bisherigen Aktivitäten entwickeln und wo neue Ansatzpunkte liegen.

So kann sich die Personal Brand gemeinsam mit der Person weiterentwickeln, ohne dass jede Woche ein starrer Content-Plan abgearbeitet werden muss.

Wer sich vor allem regelmäßiges strategisches Feedback zur eigenen LinkedIn-Präsenz wünscht, kann dafür auch unser LinkedIn Sparring nutzen.

Reichweite allein macht noch keine starke Personal Brand

Natürlich spielt Reichweite auf LinkedIn eine Rolle. Sie sollte allerdings nicht die einzige Kennzahl sein, anhand derer Personal Branding bewertet wird.

Ein Beitrag mit 5.000 Impressionen kann für die eigene Positionierung wertvoller sein als ein Beitrag mit 100.000 Impressionen, wenn er genau die Menschen erreicht, die für das eigene Thema relevant sind.

Deshalb schauen wir neben Reichweite, Engagement, Profilaufrufen und der Entwicklung des Netzwerks auch auf qualitative Ergebnisse. Entstehen relevante Gespräche? Sprechen Kund:innen Beiträge im persönlichen Austausch an? Kommen neue Kontakte oder Anfragen zustande? Wird eine Person zunehmend mit bestimmten Themen verbunden oder als Expert:in wahrgenommen?

Solche Entwicklungen lassen sich nicht immer so einfach in einem Dashboard darstellen, können für den langfristigen Wert einer Personal Brand aber entscheidend sein.

Woran erkennt ihr eine gute Personal Branding Agentur?

Bei der Auswahl einer Personal Branding Agentur lohnt es sich, genauer auf die Arbeitsweise zu schauen. Eine große eigene LinkedIn-Reichweite der Agentur kann interessant sein, sagt aber noch wenig darüber aus, wie individuell die Zusammenarbeit später tatsächlich ist.

Wir würden beispielsweise darauf achten, ob die Agentur zuerst eure Ziele, eure Expertise und eure Positionierung verstehen möchte oder direkt mit Content-Ideen und einem Redaktionsplan startet.

Ebenso wichtig ist aus unserer Sicht, was nach der Strategie passiert. Gibt es regelmäßige Termine, in denen Content, Ergebnisse und neue Themen gemeinsam besprochen werden? Wird die Positionierung mit der Zeit weiterentwickelt oder verschwindet die Strategie nach dem Workshop in irgendeiner Präsentation?

Besonders wichtig ist außerdem die Frage, ob eure eigene Stimme erhalten bleibt. Eine Agentur sollte dabei helfen, klarer und sicherer zu kommunizieren, aber nicht dafür sorgen, dass eure Beiträge irgendwann wie die Beiträge aller anderen Kunden klingen.

Bei Versprechen über eine bestimmte Anzahl an Followern oder garantierte Reichweiten wären wir deshalb vorsichtig. Reichweite kann ein Ergebnis erfolgreicher Kommunikation sein, ist aber noch keine Personal Brand.

Was kostet eine Personal Branding Agentur?

Die Kosten für Personal Branding hängen davon ab, welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird. Ein einzelner Strategie-Workshop hat einen anderen Umfang als eine langfristige Zusammenarbeit, bei der die Umsetzung beispielsweise durch regelmäßige Biweekly-Termine, Content-Sparring und die gemeinsame Analyse der Aktivitäten begleitet wird.

Auch die Ausgangssituation spielt eine Rolle. Manche Personen benötigen zunächst vor allem Klarheit bei ihrer Positionierung und ihren Themen. Andere haben bereits eine klare Richtung und benötigen vor allem Unterstützung bei der kontinuierlichen Umsetzung.

Deshalb halten wir wenig davon, Personal Branding ausschließlich über standardisierte Pakete zu betrachten. Sinnvoller ist es, zuerst zu klären, welches Ziel erreicht werden soll und welche Unterstützung dafür tatsächlich notwendig ist.

Personal Branding und Corporate Influencer: Wo liegt der Unterschied?

Personal Branding und Corporate Influencer liegen thematisch nah beieinander, haben aber unterschiedliche Ausgangspunkte.

Beim Personal Branding steht zunächst eine einzelne Person mit ihrer Expertise, Positionierung und ihren individuellen Zielen im Mittelpunkt. Bei einem Corporate-Influencer-Programm werden mehrere Mitarbeitende innerhalb eines Unternehmens dabei unterstützt, auf LinkedIn sichtbar zu werden.

In der Praxis greifen beide Themen stark ineinander. Auch Corporate Influencer benötigen eine individuelle Positionierung und sollten nicht einfach dieselben Unternehmensbotschaften über ihre persönlichen Profile verbreiten.

Aus unserer Erfahrung werden Corporate-Influencer-Programme gerade dann interessant, wenn unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Themen, Erfahrungen und Perspektiven sichtbar werden. Deshalb spielt Personal Branding auch bei unserer Arbeit mit Corporate Influencern eine wichtige Rolle.

Wann ist eine Personal Branding Agentur nicht die richtige Lösung?

Personal Branding funktioniert nur, wenn die Person selbst bereit ist, sich mit ihrer Positionierung und ihrer Sichtbarkeit auseinanderzusetzen. Eine Agentur kann diesen Prozess begleiten und erleichtern, aber sie kann die Persönlichkeit und Expertise einer Person nicht ersetzen.

Wenn jemand eigentlich gar nicht öffentlich sichtbar sein möchte oder lediglich möglichst schnell viele Follower gewinnen will, ist eine langfristige Personal-Branding-Strategie wahrscheinlich nicht der richtige Ansatz.

Gleiches gilt, wenn die komplette Kommunikation dauerhaft ausgelagert werden soll, ohne dass die Person selbst daran beteiligt ist. Je weniger eigene Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven einfließen, desto schwieriger wird es, eine glaubwürdige Personenmarke aufzubauen.

Fazit: Personal Branding muss nach euch klingen

Eine starke Personal Brand entsteht über einen längeren Zeitraum. Menschen werden mit bestimmten Themen verbunden, weil sie ihre Expertise und Perspektiven kontinuierlich sichtbar machen und dabei eine wiedererkennbare Stimme entwickeln.

Bei BrandingPeople starten wir deshalb mit einer klaren Strategie und Positionierung. In einem gemeinsamen Strategie-Workshop legen wir die Grundlage für die Personal Brand und gehen anschließend in die Umsetzung. In regelmäßigen Biweekly-Terminen entwickeln wir Themen weiter, besprechen Content, analysieren die bisherigen Aktivitäten und passen die Strategie dort an, wo es sinnvoll ist.

Dabei geht es uns nicht darum, Menschen eine bestimmte Art der Kommunikation vorzugeben. Am Ende sollte man nicht erkennen, welche Agentur hinter einem LinkedIn-Beitrag steckt, sondern welche Person.

Genau das verstehen wir unter gutem Personal Branding.

Corporate-Influencer-Programm im Unternehmen aufbauen

Corporate-Influencer-Programm aufbauen: So gelingt der Start

Corporate Influencer können Unternehmen auf LinkedIn sichtbar, nahbar und glaubwürdig machen. Doch ein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm entsteht nicht dadurch, dass einige Mitarbeitende gebeten werden, regelmäßig etwas über ihren Arbeitgeber zu posten.

Es braucht eine klare Strategie, die richtigen Menschen und vor allem einen Rahmen, in dem Mitarbeitende ihre eigene Stimme entwickeln können.

Aber wie startet man ein Corporate-Influencer-Programm? Welche Mitarbeitenden eignen sich dafür? Welche Guidelines braucht es? Und wie sorgt man dafür, dass nach dem ersten Workshop nicht schon wieder Schluss ist?

In diesem Leitfaden zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie ihr ein Corporate-Influencer-Programm aufbaut, das langfristig funktioniert.

Ihr seid noch einen Schritt vorher und wollt zunächst die Grundlagen verstehen? Dann lest unseren Beitrag „Was sind Corporate Influencer?“. Dort erklären wir, was Corporate Influencer auszeichnet und warum sie für Unternehmen relevant sind.

1. Ziele und Strategie definieren

Bevor ihr Corporate Influencer auswählt oder den ersten LinkedIn-Workshop plant, solltet ihr eine einfache Frage beantworten:

Was möchten wir mit unserem Corporate-Influencer-Programm erreichen?

Denn Corporate Influencer können ganz unterschiedliche Unternehmensziele unterstützen. Zum Beispiel:

  • die Sichtbarkeit des Unternehmens auf LinkedIn erhöhen
  • Expertise und Fachwissen sichtbar machen
  • die Arbeitgebermarke stärken
  • potenzielle Bewerberinnen und Bewerber erreichen
  • Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern aufbauen
  • Mitarbeitende als Expertinnen und Experten positionieren
  • neue Kontakte, Gespräche und Leads ermöglichen

Dabei müsst ihr euch nicht zwingend auf ein einziges Ziel beschränken. Wichtig ist vielmehr, Prioritäten zu setzen und festzulegen, woran ihr später den Erfolg des Programms messen wollt.

Aus diesen Zielen ergeben sich anschließend Zielgruppen, Themen und die Auswahl der passenden Corporate Influencer.

2. Die richtigen Corporate Influencer auswählen

Nicht jeder Corporate Influencer muss Führungskraft sein. Und auch eine große LinkedIn-Reichweite ist keine Voraussetzung.

Viel wichtiger sind Motivation, Expertise und die Bereitschaft, eigene Erfahrungen und Perspektiven zu teilen.

Corporate Influencer können deshalb aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen: Vertrieb, HR, Entwicklung, Produktion, Marketing, Kundenservice oder Geschäftsführung. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven können ein Programm besonders interessant machen.

Ein Grundsatz ist dabei entscheidend:

Corporate Influencer sollten freiwillig teilnehmen.

Wer nur postet, weil es vom Unternehmen erwartet wird, wird langfristig kaum authentische Inhalte entwickeln.

Geeignete Teilnehmende könnt ihr beispielsweise über eine interne Ausschreibung finden oder gezielt Mitarbeitende ansprechen, die relevante Themen und Expertise mitbringen.

Wie viele Corporate Influencer sollte man zum Start auswählen?

Mehr ist nicht automatisch besser. Für den Anfang kann eine kleinere, motivierte Pilotgruppe sinnvoller sein als direkt 50 Mitarbeitende in ein Programm aufzunehmen. So bleibt genügend Raum für individuelles Feedback, Coaching und Austausch.

Die passende Gruppengröße hängt von eurem Unternehmen, euren Zielen und davon ab, wie intensiv ihr die Teilnehmenden begleiten könnt.

Unsere Erfahrung aus der Praxis:
Die besten Corporate Influencer sind nicht automatisch diejenigen, die bereits die meisten Follower auf LinkedIn haben. Wichtiger sind Motivation, Fachwissen und die Bereitschaft, eine eigene Perspektive zu zeigen. Deshalb schauen wir bei der Auswahl nicht nur auf bestehende LinkedIn-Aktivität, sondern vor allem darauf, wer wirklich Lust hat, sich langfristig einzubringen.

3. Guidelines schaffen Sicherheit, keine Kontrolle

Eine der häufigsten Fragen beim Start lautet: Was dürfen unsere Corporate Influencer eigentlich posten?

Klare Guidelines helfen, diese Unsicherheit zu nehmen.

Darin können beispielsweise Themen wie vertrauliche Informationen, Kennzeichnung, Unternehmenswerte, der Umgang mit kritischen Kommentaren oder grundlegende Social-Media-Spielregeln festgehalten werden.

Guidelines sollten aber nicht zu einem Regelwerk werden, das jeden Beitrag bis ins Detail vorgibt.

Denn genau dann geht das verloren, was Corporate Influencer wertvoll macht: ihre persönliche Perspektive.

Das Ziel sollte deshalb sein:

So viel Orientierung wie nötig, so viel Freiheit wie möglich.

4. Positionierung und Kick-off

Jetzt geht es um die einzelnen Menschen im Programm.

Jeder Corporate Influencer sollte wissen, für welche Themen er oder sie auf LinkedIn stehen möchte und welche Zielgruppen erreicht werden sollen.

Im Kick-off können deshalb unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche Expertise möchte ich sichtbar machen?
  • Welche Themen passen zu mir?
  • Wen möchte ich mit meinen Beiträgen erreichen?
  • Welche Erfahrungen kann ich teilen?
  • Wie möchte ich auf LinkedIn wahrgenommen werden?

Gleichzeitig sollten die LinkedIn-Profile der Teilnehmenden überprüft und optimiert werden.

Dazu kommen die praktischen Grundlagen: Wie funktioniert guter Content? Wie baue ich ein relevantes Netzwerk auf? Wie entstehen Gespräche? Und welche Mechanismen von LinkedIn sollte ich kennen?

Am Ende des Kick-offs sollte niemand mit einem fertigen Posting-Kalender nach Hause gehen müssen. Viel wichtiger ist, dass die Teilnehmenden wissen, wie sie selbst relevante Themen erkennen und daraus eigene Inhalte entwickeln können.

5. Content entwickeln, ohne Mitarbeitenden Texte vorzuschreiben

Eine der größten Sorgen angehender Corporate Influencer lautet oft:

„Was soll ich denn jede Woche posten?“

Die gute Nachricht: Relevante Themen entstehen im Arbeitsalltag ständig.

Kundengespräche, Projekte, Veranstaltungen, neue Erkenntnisse, Herausforderungen, Fehler, Fachwissen oder persönliche Erfahrungen können Ausgangspunkte für gute LinkedIn-Beiträge sein.

Unternehmen können dabei unterstützen, Themen und Impulse sichtbar zu machen. Die Beiträge selbst sollten jedoch nicht zentral vorgeschrieben werden.

Denn wenn zehn Mitarbeitende dieselbe Unternehmensmeldung mit leicht verändertem Einstieg veröffentlichen, entsteht kein Corporate-Influencer-Programm.

Es entsteht ein zusätzlicher Unternehmenskanal mit zehn Profilbildern.

Corporate Influencer funktionieren gerade deshalb, weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Perspektiven auf ähnliche Themen haben.

6. Corporate Influencer langfristig begleiten

Ein Kick-off allein macht noch kein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm.

Die eigentliche Entwicklung beginnt danach.

Mit jedem Beitrag lernen die Teilnehmenden dazu: Welche Themen funktionieren für mich? Welche Formate liegen mir? Wie reagiere ich auf Kommentare? Wie entwickle ich meine Positionierung weiter?

Regelmäßige Workshops und Deep Dives können dabei helfen, Themen wie Storytelling, Content-Strategie, Personal Branding oder Community-Aufbau zu vertiefen.

Individuelle Coaching- und Sparring-Sessions bieten zusätzlich Raum für persönliche Herausforderungen und konkretes Feedback.

Auch ein gemeinsamer Gruppen-Channel kann sinnvoll sein. Dort können Ideen geteilt, Fragen gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden.

So entsteht mit der Zeit nicht nur eine Gruppe einzelner Corporate Influencer, sondern eine interne Community, die voneinander lernt.

7. Den Erfolg des Corporate-Influencer-Programms messen

Ob ein Corporate-Influencer-Programm erfolgreich ist, lässt sich nicht an einer einzigen Kennzahl festmachen.

Welche KPIs sinnvoll sind, hängt von den Zielen ab, die ihr zu Beginn festgelegt habt.

Quantitative Kennzahlen können beispielsweise sein:

  • Reichweite und Impressionen
  • Engagement
  • Entwicklung des persönlichen Netzwerks
  • Profilaufrufe
  • Anzahl und Regelmäßigkeit der Beiträge

Mindestens genauso interessant können qualitative Ergebnisse sein.

Entstehen relevante Gespräche mit potenziellen Kunden? Werden Mitarbeitende als Expertinnen und Experten wahrgenommen? Kommen Bewerbungen über LinkedIn? Werden Corporate Influencer zu Veranstaltungen, Podcasts oder Fachgesprächen eingeladen?

Deshalb sollte Erfolg nicht nur bedeuten: Wie viele Menschen haben einen Beitrag gesehen?

Die spannendere Frage lautet:

Was ist durch diese Sichtbarkeit entstanden?

Die häufigsten Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen

Viele Programme scheitern nicht daran, dass Mitarbeitende LinkedIn nicht verstehen. Häufig liegt es am Rahmen.

Typische Fehler sind:

  • Mitarbeitende zur Teilnahme zu verpflichten
  • jeden Beitrag kontrollieren oder freigeben zu wollen
  • vorgefertigte Texte zum Copy-and-pasten bereitzustellen
  • keine klaren Ziele für das Programm zu definieren
  • alle Corporate Influencer gleich positionieren zu wollen
  • nur auf Reichweite und Likes zu schauen
  • nach dem Kick-off keine weitere Begleitung anzubieten

Ein Corporate-Influencer-Programm braucht deshalb zwei Dinge, die zunächst wie Gegensätze wirken:

Struktur und Freiheit.

Das Unternehmen schafft Strategie, Orientierung und Unterstützung. Die Corporate Influencer bringen ihre Persönlichkeit, Expertise und eigene Stimme ein.

Wie lange dauert der Aufbau eines Corporate-Influencer-Programms?

Die Grundlagen können innerhalb weniger Wochen geschaffen werden. Dazu gehören Strategie, Auswahl der Teilnehmenden, Guidelines, Positionierung und Kick-off.

Die eigentliche Wirkung entsteht jedoch langfristig.

Sichtbarkeit, relevante Netzwerke und Vertrauen entwickeln sich durch kontinuierliche Aktivität. Deshalb sollten Unternehmen Corporate Influencer nicht als kurzfristige LinkedIn-Kampagne betrachten, sondern als langfristiges Programm.

Was kostet ein Corporate-Influencer-Programm?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten hängen unter anderem von der Anzahl der Teilnehmenden, der Laufzeit und dem Umfang der Begleitung ab.

Ein Programm kann beispielsweise Strategieentwicklung, Auswahl der Corporate Influencer, Kick-off, Workshops, individuelles Coaching und laufende Betreuung umfassen.

Deshalb sollte sich der Umfang nicht an einem Standardpaket orientieren, sondern daran, was das Unternehmen und die teilnehmenden Corporate Influencer tatsächlich benötigen.

Fazit: Gute Corporate-Influencer-Programme entwickeln Menschen, nicht Accounts

Corporate Influencer entstehen nicht durch einen Workshop und auch nicht durch einen Redaktionsplan.

Ein erfolgreiches Programm schafft einen Rahmen, in dem Mitarbeitende lernen, ihre Expertise und ihre Perspektiven selbstbewusst auf LinkedIn sichtbar zu machen.

Dafür braucht es eine klare Strategie, die richtigen Teilnehmenden, gute Guidelines, individuelle Positionierung und vor allem eine langfristige Begleitung.

Genau dabei unterstützen wir euch bei BrandingPeople. Wir entwickeln gemeinsam mit euch ein Corporate-Influencer-Programm, das zu euren Zielen, eurer Unternehmenskultur und euren Mitarbeitenden passt – von der Strategie und Auswahl der Teilnehmenden über Workshops und Coachings bis zur langfristigen Begleitung auf LinkedIn.

→ Mehr über unser Corporate-Influencer-Programm

Der neue LinkedIn-Feed 2026.

LinkedIn Feed: Wie KI, LLMs und personalisierte Feeds Inhalte bewerten

Der Algorithmus von LinkedIn hat sich grundlegend verändert. Während früher einfache Engagement-Signale wie Likes und Kommentare im Mittelpunkt standen, basiert der LinkedIn-Feed heute auf modernen KI-Systemen.

Im Zentrum stehen sogenannte Generative Recommender Systeme in Kombination mit Large Language Models (LLMs). Diese Technologien ermöglichen es LinkedIn, Inhalte nicht nur zu verteilen, sondern auch inhaltlich einzuordnen und gezielt an relevante Zielgruppen auszuspielen.

Dieser Artikel erklärt, wie diese Systeme funktionieren und welche Faktoren heute über Sichtbarkeit im LinkedIn-Feed entscheiden.

Generative Recommender: Die Grundlage des modernen LinkedIn-Feeds

Generative Recommender sind eine Weiterentwicklung klassischer Empfehlungssysteme. Sie analysieren große Mengen an Daten, um vorherzusagen, welche Inhalte für einzelne Nutzer relevant sind.

Im Gegensatz zu älteren Systemen reagieren sie nicht nur auf vergangene Interaktionen, sondern erkennen auch Muster und entwickeln Prognosen.

Dabei werden verschiedene Signale kombiniert:

  • Profildaten wie Branche, Erfahrung und Fähigkeiten
  • bisheriges Nutzerverhalten (Interaktionen, Leseverhalten)
  • thematische Interessen und deren Entwicklung über die Zeit

Das Ziel ist ein Feed, der nicht nur auf vergangene Aktionen reagiert, sondern zukünftige Interessen antizipiert.

Large Language Models (LLMs): Semantisches Verständnis von Inhalten

Ein zentraler Fortschritt im LinkedIn-Algorithmus ist der Einsatz von Large Language Models. Diese Modelle ermöglichen es, Inhalte semantisch zu analysieren und einzuordnen. Das bedeutet:

  • Beiträge werden thematisch verstanden
  • Kernaussagen werden erkannt
  • Inhalte werden in einen fachlichen Kontext eingeordnet

Dadurch kann LinkedIn besser entscheiden, welcher Content für welche Zielgruppe relevant ist. Im Gegensatz zu früheren Systemen wird nicht mehr nur gemessen, wie ein Beitrag performt, sondern auch, worum es inhaltlich geht.

Personalisierte Feeds: Kombination aus Profil, Verhalten und Kontext

Der LinkedIn-Feed entsteht durch die Kombination mehrerer Datenquellen.

1. Profildaten

Informationen wie:

  • Branche
  • Berufserfahrung
  • Fähigkeiten
  • geografischer Kontext

helfen dabei, Inhalte einzuordnen und passende Zielgruppen zu identifizieren.

2. Nutzerverhalten

Zusätzlich analysiert der Algorithmus kontinuierlich, wie Nutzer mit Inhalten umgehen:

  • welche Beiträge gelesen werden
  • welche Interaktionen stattfinden
  • welche Inhalte ignoriert werden

Diese Signale liefern wichtige Hinweise darauf, welche Themen aktuell relevant sind.

3. Dynamische Interessenentwicklung

Ein entscheidender Faktor ist die Veränderung von Interessen über die Zeit.

Wenn sich das Verhalten eines Nutzers verändert, passt sich auch der Feed entsprechend an. Dadurch entsteht ein System, das:

  • flexibel reagiert
  • aktuelle Interessen berücksichtigt
  • Inhalte dynamisch priorisiert

Content-Verteilung: Relevanz statt Netzwerkgröße

Ein wesentlicher Unterschied zum früheren LinkedIn-Feed liegt in der Verteilung von Inhalten. Beiträge werden heute nicht mehr ausschließlich im eigenen Netzwerk ausgespielt. Stattdessen entscheidet der Algorithmus auf Basis von Relevanz, ob Inhalte auch außerhalb des Netzwerks angezeigt werden.

Das bedeutet:

  • Reichweite ist weniger abhängig von der Anzahl an Kontakten
  • Inhalte können neue Zielgruppen erreichen
  • Sichtbarkeit entsteht durch thematische Passung

Diese Entwicklung macht den LinkedIn-Feed vergleichbar mit einem Empfehlungssystem, das Inhalte gezielt verteilt.

Was bedeutet das für deinen Content und Sichtbarkeit?

Die technische Weiterentwicklung des LinkedIn-Algorithmus hat direkte Auswirkungen auf die Content-Erstellung. Damit Inhalte korrekt eingeordnet und ausgespielt werden können, müssen sie:

  • thematisch klar formuliert sein
  • eine eindeutige inhaltliche Ausrichtung haben
  • relevante Begriffe und Fachkontexte enthalten

Unklare oder zu allgemeine Inhalte sind schwer einzuordnen und werden entsprechend seltener ausgespielt.

Fazit

Der LinkedIn-Algorithmus hat sich von einem einfachen Engagement-System zu einem komplexen, KI-gestützten Empfehlungssystem entwickelt.

Durch den Einsatz von Generative Recommendern und Large Language Models kann LinkedIn:

  • Inhalte semantisch verstehen
  • Nutzerverhalten analysieren
  • und beides miteinander verknüpfen

Das Ergebnis ist ein personalisierter Feed, der Inhalte gezielt nach Relevanz ausspielt.

Für die Sichtbarkeit auf LinkedIn bedeutet das: Nicht die Menge an Interaktionen entscheidet, sondern die Kombination aus inhaltlicher Klarheit, Relevanz und Kontext.