Corporate-Influencer-Programm im Unternehmen aufbauen

Corporate-Influencer-Programm aufbauen: So gelingt der Start

Corporate Influencer können Unternehmen auf LinkedIn sichtbar, nahbar und glaubwürdig machen. Doch ein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm entsteht nicht dadurch, dass einige Mitarbeitende gebeten werden, regelmäßig etwas über ihren Arbeitgeber zu posten.

Es braucht eine klare Strategie, die richtigen Menschen und vor allem einen Rahmen, in dem Mitarbeitende ihre eigene Stimme entwickeln können.

Aber wie startet man ein Corporate-Influencer-Programm? Welche Mitarbeitenden eignen sich dafür? Welche Guidelines braucht es? Und wie sorgt man dafür, dass nach dem ersten Workshop nicht schon wieder Schluss ist?

In diesem Leitfaden zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie ihr ein Corporate-Influencer-Programm aufbaut, das langfristig funktioniert.

Ihr seid noch einen Schritt vorher und wollt zunächst die Grundlagen verstehen? Dann lest unseren Beitrag „Was sind Corporate Influencer?“. Dort erklären wir, was Corporate Influencer auszeichnet und warum sie für Unternehmen relevant sind.

1. Ziele und Strategie definieren

Bevor ihr Corporate Influencer auswählt oder den ersten LinkedIn-Workshop plant, solltet ihr eine einfache Frage beantworten:

Was möchten wir mit unserem Corporate-Influencer-Programm erreichen?

Denn Corporate Influencer können ganz unterschiedliche Unternehmensziele unterstützen. Zum Beispiel:

  • die Sichtbarkeit des Unternehmens auf LinkedIn erhöhen
  • Expertise und Fachwissen sichtbar machen
  • die Arbeitgebermarke stärken
  • potenzielle Bewerberinnen und Bewerber erreichen
  • Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern aufbauen
  • Mitarbeitende als Expertinnen und Experten positionieren
  • neue Kontakte, Gespräche und Leads ermöglichen

Dabei müsst ihr euch nicht zwingend auf ein einziges Ziel beschränken. Wichtig ist vielmehr, Prioritäten zu setzen und festzulegen, woran ihr später den Erfolg des Programms messen wollt.

Aus diesen Zielen ergeben sich anschließend Zielgruppen, Themen und die Auswahl der passenden Corporate Influencer.

2. Die richtigen Corporate Influencer auswählen

Nicht jeder Corporate Influencer muss Führungskraft sein. Und auch eine große LinkedIn-Reichweite ist keine Voraussetzung.

Viel wichtiger sind Motivation, Expertise und die Bereitschaft, eigene Erfahrungen und Perspektiven zu teilen.

Corporate Influencer können deshalb aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen: Vertrieb, HR, Entwicklung, Produktion, Marketing, Kundenservice oder Geschäftsführung. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven können ein Programm besonders interessant machen.

Ein Grundsatz ist dabei entscheidend:

Corporate Influencer sollten freiwillig teilnehmen.

Wer nur postet, weil es vom Unternehmen erwartet wird, wird langfristig kaum authentische Inhalte entwickeln.

Geeignete Teilnehmende könnt ihr beispielsweise über eine interne Ausschreibung finden oder gezielt Mitarbeitende ansprechen, die relevante Themen und Expertise mitbringen.

Wie viele Corporate Influencer sollte man zum Start auswählen?

Mehr ist nicht automatisch besser. Für den Anfang kann eine kleinere, motivierte Pilotgruppe sinnvoller sein als direkt 50 Mitarbeitende in ein Programm aufzunehmen. So bleibt genügend Raum für individuelles Feedback, Coaching und Austausch.

Die passende Gruppengröße hängt von eurem Unternehmen, euren Zielen und davon ab, wie intensiv ihr die Teilnehmenden begleiten könnt.

Unsere Erfahrung aus der Praxis:
Die besten Corporate Influencer sind nicht automatisch diejenigen, die bereits die meisten Follower auf LinkedIn haben. Wichtiger sind Motivation, Fachwissen und die Bereitschaft, eine eigene Perspektive zu zeigen. Deshalb schauen wir bei der Auswahl nicht nur auf bestehende LinkedIn-Aktivität, sondern vor allem darauf, wer wirklich Lust hat, sich langfristig einzubringen.

3. Guidelines schaffen Sicherheit, keine Kontrolle

Eine der häufigsten Fragen beim Start lautet: Was dürfen unsere Corporate Influencer eigentlich posten?

Klare Guidelines helfen, diese Unsicherheit zu nehmen.

Darin können beispielsweise Themen wie vertrauliche Informationen, Kennzeichnung, Unternehmenswerte, der Umgang mit kritischen Kommentaren oder grundlegende Social-Media-Spielregeln festgehalten werden.

Guidelines sollten aber nicht zu einem Regelwerk werden, das jeden Beitrag bis ins Detail vorgibt.

Denn genau dann geht das verloren, was Corporate Influencer wertvoll macht: ihre persönliche Perspektive.

Das Ziel sollte deshalb sein:

So viel Orientierung wie nötig, so viel Freiheit wie möglich.

4. Positionierung und Kick-off

Jetzt geht es um die einzelnen Menschen im Programm.

Jeder Corporate Influencer sollte wissen, für welche Themen er oder sie auf LinkedIn stehen möchte und welche Zielgruppen erreicht werden sollen.

Im Kick-off können deshalb unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche Expertise möchte ich sichtbar machen?
  • Welche Themen passen zu mir?
  • Wen möchte ich mit meinen Beiträgen erreichen?
  • Welche Erfahrungen kann ich teilen?
  • Wie möchte ich auf LinkedIn wahrgenommen werden?

Gleichzeitig sollten die LinkedIn-Profile der Teilnehmenden überprüft und optimiert werden.

Dazu kommen die praktischen Grundlagen: Wie funktioniert guter Content? Wie baue ich ein relevantes Netzwerk auf? Wie entstehen Gespräche? Und welche Mechanismen von LinkedIn sollte ich kennen?

Am Ende des Kick-offs sollte niemand mit einem fertigen Posting-Kalender nach Hause gehen müssen. Viel wichtiger ist, dass die Teilnehmenden wissen, wie sie selbst relevante Themen erkennen und daraus eigene Inhalte entwickeln können.

5. Content entwickeln, ohne Mitarbeitenden Texte vorzuschreiben

Eine der größten Sorgen angehender Corporate Influencer lautet oft:

„Was soll ich denn jede Woche posten?“

Die gute Nachricht: Relevante Themen entstehen im Arbeitsalltag ständig.

Kundengespräche, Projekte, Veranstaltungen, neue Erkenntnisse, Herausforderungen, Fehler, Fachwissen oder persönliche Erfahrungen können Ausgangspunkte für gute LinkedIn-Beiträge sein.

Unternehmen können dabei unterstützen, Themen und Impulse sichtbar zu machen. Die Beiträge selbst sollten jedoch nicht zentral vorgeschrieben werden.

Denn wenn zehn Mitarbeitende dieselbe Unternehmensmeldung mit leicht verändertem Einstieg veröffentlichen, entsteht kein Corporate-Influencer-Programm.

Es entsteht ein zusätzlicher Unternehmenskanal mit zehn Profilbildern.

Corporate Influencer funktionieren gerade deshalb, weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Perspektiven auf ähnliche Themen haben.

6. Corporate Influencer langfristig begleiten

Ein Kick-off allein macht noch kein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm.

Die eigentliche Entwicklung beginnt danach.

Mit jedem Beitrag lernen die Teilnehmenden dazu: Welche Themen funktionieren für mich? Welche Formate liegen mir? Wie reagiere ich auf Kommentare? Wie entwickle ich meine Positionierung weiter?

Regelmäßige Workshops und Deep Dives können dabei helfen, Themen wie Storytelling, Content-Strategie, Personal Branding oder Community-Aufbau zu vertiefen.

Individuelle Coaching- und Sparring-Sessions bieten zusätzlich Raum für persönliche Herausforderungen und konkretes Feedback.

Auch ein gemeinsamer Gruppen-Channel kann sinnvoll sein. Dort können Ideen geteilt, Fragen gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden.

So entsteht mit der Zeit nicht nur eine Gruppe einzelner Corporate Influencer, sondern eine interne Community, die voneinander lernt.

7. Den Erfolg des Corporate-Influencer-Programms messen

Ob ein Corporate-Influencer-Programm erfolgreich ist, lässt sich nicht an einer einzigen Kennzahl festmachen.

Welche KPIs sinnvoll sind, hängt von den Zielen ab, die ihr zu Beginn festgelegt habt.

Quantitative Kennzahlen können beispielsweise sein:

  • Reichweite und Impressionen
  • Engagement
  • Entwicklung des persönlichen Netzwerks
  • Profilaufrufe
  • Anzahl und Regelmäßigkeit der Beiträge

Mindestens genauso interessant können qualitative Ergebnisse sein.

Entstehen relevante Gespräche mit potenziellen Kunden? Werden Mitarbeitende als Expertinnen und Experten wahrgenommen? Kommen Bewerbungen über LinkedIn? Werden Corporate Influencer zu Veranstaltungen, Podcasts oder Fachgesprächen eingeladen?

Deshalb sollte Erfolg nicht nur bedeuten: Wie viele Menschen haben einen Beitrag gesehen?

Die spannendere Frage lautet:

Was ist durch diese Sichtbarkeit entstanden?

Die häufigsten Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen

Viele Programme scheitern nicht daran, dass Mitarbeitende LinkedIn nicht verstehen. Häufig liegt es am Rahmen.

Typische Fehler sind:

  • Mitarbeitende zur Teilnahme zu verpflichten
  • jeden Beitrag kontrollieren oder freigeben zu wollen
  • vorgefertigte Texte zum Copy-and-pasten bereitzustellen
  • keine klaren Ziele für das Programm zu definieren
  • alle Corporate Influencer gleich positionieren zu wollen
  • nur auf Reichweite und Likes zu schauen
  • nach dem Kick-off keine weitere Begleitung anzubieten

Ein Corporate-Influencer-Programm braucht deshalb zwei Dinge, die zunächst wie Gegensätze wirken:

Struktur und Freiheit.

Das Unternehmen schafft Strategie, Orientierung und Unterstützung. Die Corporate Influencer bringen ihre Persönlichkeit, Expertise und eigene Stimme ein.

Wie lange dauert der Aufbau eines Corporate-Influencer-Programms?

Die Grundlagen können innerhalb weniger Wochen geschaffen werden. Dazu gehören Strategie, Auswahl der Teilnehmenden, Guidelines, Positionierung und Kick-off.

Die eigentliche Wirkung entsteht jedoch langfristig.

Sichtbarkeit, relevante Netzwerke und Vertrauen entwickeln sich durch kontinuierliche Aktivität. Deshalb sollten Unternehmen Corporate Influencer nicht als kurzfristige LinkedIn-Kampagne betrachten, sondern als langfristiges Programm.

Was kostet ein Corporate-Influencer-Programm?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten hängen unter anderem von der Anzahl der Teilnehmenden, der Laufzeit und dem Umfang der Begleitung ab.

Ein Programm kann beispielsweise Strategieentwicklung, Auswahl der Corporate Influencer, Kick-off, Workshops, individuelles Coaching und laufende Betreuung umfassen.

Deshalb sollte sich der Umfang nicht an einem Standardpaket orientieren, sondern daran, was das Unternehmen und die teilnehmenden Corporate Influencer tatsächlich benötigen.

Fazit: Gute Corporate-Influencer-Programme entwickeln Menschen, nicht Accounts

Corporate Influencer entstehen nicht durch einen Workshop und auch nicht durch einen Redaktionsplan.

Ein erfolgreiches Programm schafft einen Rahmen, in dem Mitarbeitende lernen, ihre Expertise und ihre Perspektiven selbstbewusst auf LinkedIn sichtbar zu machen.

Dafür braucht es eine klare Strategie, die richtigen Teilnehmenden, gute Guidelines, individuelle Positionierung und vor allem eine langfristige Begleitung.

Genau dabei unterstützen wir euch bei BrandingPeople. Wir entwickeln gemeinsam mit euch ein Corporate-Influencer-Programm, das zu euren Zielen, eurer Unternehmenskultur und euren Mitarbeitenden passt – von der Strategie und Auswahl der Teilnehmenden über Workshops und Coachings bis zur langfristigen Begleitung auf LinkedIn.

→ Mehr über unser Corporate-Influencer-Programm

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